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Nordsee-Urlaub-Magazin

FRÜHMORGENS AM STRAND
© Imke Oltmanns
Es gibt sicher schönere Arten, aus dem Schlaf geweckt zu werden, als durch Möwengeschrei. Andererseits: Man weiß sofort, wo man ist. An der Nordsee, gleich am Strand, im Urlaub. Die Möwen sind früh unterwegs, bei Anbruch des Tages ziehen sie ihre ersten Runden. Wer sich aufraffen kann und vor die Tür tritt – trotz Urlaub – wird mit einer wunderbar friedlichen und frischen Morgenstimmung am Strand belohnt. Camper kennen das: Mal eben vor die Tür treten und schon am Strand sein. Die Kinder können mit Schaufel und Eimer in der Hand einfach so loslaufen, die erste Tasse Kaffee wird mit Blick aufs Meer geschlürft. Ein Traum für die meisten Urlauber. Doch Campen – egal, ob im Zelt oder im Caravan – ist nicht jedermanns Sache; da kann der Wunsch nach einem Morgen an der See noch so groß sein. In den vergangenen Jahren entstanden allerdings eine Reihe alternativer Möglichkeiten, am Strand zu übernachten, ohne tatsächlich zu campen. Also: Nah an der Natur, ohne auf ein gewisses Maß an Komfort zu verzichten. Die Bandbreite der Angebote für diese Zielgruppe nimmt zu. Auf den Campingplätzen entlang der Küste und auch weiter im Landinneren finden sich blauweiße Nordseekarren aus Massivholz oder sogenannte Pipowagen. Beide sind früheren Zirkuswagen nachempfunden. Dann gibt es Schlaffässer und Zeltlodges, Schlafstrandkörbe und „tiny houses“. Mini-Häuser eben. Die Formen sind unterschiedlich, der Inhalt ist stets der gleiche: Miniappartements mit Schlaf- und Kochmöglichkeiten, WC, und manchmal auch Dusche. Komfort für Nicht-Camper, die es raus in die Natur zieht. Ausnahme: Die Schlafstrandkörbe. In ihnen kann man tatsächlich nur schlafen.

Übernachten als Erlebnis

„Es gibt eine Nachfrage nach besonderen Übernachtungsangeboten, da geht es auch um den Erlebnischarakter“, berichtet Wiebke Leverenz von der Ostfriesland Tourismus GmbH. Die Tourismusmarketingorganisation mit Sitz in Leer hat einen guten Überblick über Wünsche und Verhalten der Gäste, bewirbt sie doch die gesamte ostfriesische Halbinsel. Campen ist hier ohnehin ein großes Thema und neue Angebote werden von den Kurvereinen gern ausprobiert. Auch, wenn es eher um Nischenprodukte geht. „Der Markt der alternativen Übernachtungen wächst“, stellt Leverenz fest. Allerdings: „Die Massen wird er natürlich nie anziehen.“ Für viele Kurvereine sei es eher ein Zusatzangebot, um den Wünschen der Gäste entgegenzukommen. Eine bestimmte Klientel gebe es nicht. „Das kommt bei Familien und allein reisenden Paaren gleich gut an“, so Leverenz. Der Nachteil: Das Platzangebot ist wirklich gering. Tatsächlich ist es bei einigen dieser Angebote sogar ganz erstaunlich, wie viel Komfort auf derart wenigen Quadratmetern untergebracht wird. Das „tiny house“ zum Beispiel: Mit seinen 21 Quadratmetern bietet es auf zwei Ebenen eine Küchenzeile, WC und Dusche, dazu eine große Liegefläche vor dem Panoramafenster, zwei Betten unterm Dach und sogar einen kleinen Ofen für kühlere Tage. Allerdings gilt hier ebenso wie bei einigen anderen ungewöhnlichen Schlafstätten: Bei der Privatsphäre müssen mitunter Abstriche gemacht werden. Viele Strandspaziergänger werfen gern mal einen Blick auf oder in die seltenen Behausungen – auch während die Bewohner drin sind.

Aus Erfahrung lernen

Wen diese beiden Punkte nicht stören, der kann ein paar außergewöhnliche Nächte und Tage am Strand verbringen. Und die meisten stört es wohl auch nicht. Das tiny house am Strand von Harlesiel etwa wurde im Sommer 2019 zum ersten Mal angeboten. „Es kam bei den Gästen gut an und wurde auch sehr gut vermietet“, berichtet Marcus Harazim, Marketingleiter der Nordseebad Carolinensiel-Harlesiel GmbH. Für die Saison 2020 soll das kleine Häuschen wieder zur Verfügung stehen, versehen mit einigen Neuerungen. So soll es fest installierte Verdunkelungsmöglichkeiten für die Fenster geben, damit man auch im Sommer länger schlafen kann. Denn oben an der Nordseeküste sind die Tage dann sehr lang: Erst weit nach 22 Uhr wird es langsam dunkel. Aber eben nur für kurze Zeit. Der nächste Tag beginnt schon vor fünf Uhr heraufzudämmern. Außerdem, so Harazim, wird der Standort etwas verlegt, damit die tiny-house-Bewohner nicht mehr so auf dem Präsentierteller sind. Die Touristiker haben aus den Erfahrungen der letzten Saison gelernt.

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