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Nordsee-Urlaub-Magazin

TEMPO HINTERM DEICH
© Brune-Mettcker Druck- und Verlags GmbH
Am Rande des Küstenortes Hooksiel, nur wenige Meter hinter dem Deich, hat sich eine Sportart etabliert, die weder etwas mit dem Wasser der Nordsee zu tun hat, noch mit dem ständigen Wind. Nähert man sich an einem der großen Veranstaltungstage zu Fuß, so hört man schon von weitem Anfeuerungsrufe aus hunderten Kehlen, Jubel und – etwas näher heran – den Klang von donnernden Hufen. Mehrmals im Sommer richtet der Hooksieler Rennverein hier seine Renntage aus, vor allem Trabrennen, also das Fahren mit Sulkys, vor die Traber gespannt werden. Das Highlight der Renntage ist stets der Familientag, ein Sonntag, an dem die Stimmung am Geläuf gleich hinter dem Deich besonders heiter und gelöst ist. Denn neben den professionellen Rennen, für die an mehreren Kassen auf dem Gelände auch Wetten abgegeben werden können, gibt es Ponyrennen, einen Hutwettbewerb und Hüpfburgen für Kinder. Pferderennen und Hutwettmode fernab der Metropolen – da kann man sich schon fragen, was das soll. „Wir wollen für die Region etwas anbieten“, erklärt Timo Zippermayr bei einem Gespräch an diesem Familienrenntag. Der zweite Vorsitzende des Hooksieler Rennvereins ist wie alle seine Vorstandskollegen kräftig mit eingebunden an diesem Tag, eilt mit Walkie-Talkie über das Gelände, hilft aus und organisiert. Denn ausgerichtet wird die Veranstaltung stets vom Rennverein selbst, das heißt: Hier sind vor allem Ehrenamtliche unterwegs. Mit Erfolg, wie Zippermayr betont: „Wir sind zwar eine Amateurbahn, aber wir sind auch mittlerweile in unserer 37. Saison, pro Renntag kommen zwischen 3000 und 4000 Besucher zu uns.“ Und die kriegen etwas zu sehen. An diesem Sonntag verteilen sich 69 Starter auf acht Rennen. Und alle werden mit Totalisator gelaufen. „Die Live-Übertragungen laufen weltweit in den Wettbüros“, so Zippermayr.

Beim 7. Rennen an diesem Sonntag wird das auch für die Zuschauer in Hooksiel deutlich: Der Start verzögere sich mehrere Minuten, informiert die Rennleitung über Lautsprecher. Grund: Auf der Bahn in Mönchengladbach sei eben ein Rennen gestartet, das müsse nun abgewartet werden.

Ländliche Bahnen im Vorteil

Nach Angaben des Hooksieler Rennvereins spielt sich Deutschlands Trabrennsport derzeit auf elf größeren und zahlreichen kleinen ländlichen Rennbahnen ab. Hooksiel ist einer der ländlichen Standorte und kann von seiner Lage ganz oben im Nordwesten der Republik pro? tieren. Auf doppelte Weise: „Zu uns kommen viele niederländische Fahrer“, berichtet der zweite Vorsitzende. Das sei wichtig, denn ohne die wäre das Feld kaum vollzubekommen. Und dann gibt es eben auch die vielen Urlaubsgäste, die in den Sommermonaten an der Küste sind und so ein Sporterlebnis gleich um die Ecke gern wahrnehmen. Wie das Paar mit Hund, das sich am Rande des Geläufs im Gras niedergelassen hat und die Rennen entspannt beim Picknick verfolgt. Georg Ukena und Nadine Doolmann sind aus dem Ostfriesischen herübergekommen, und das nicht zum ersten Mal. „Wir mögen Pferde und das ist immer ein Highlight hier“, sagt Nadine Doolmann. Und mit ein paar Wetten zwischendurch werde das Ganze dann auch noch etwas spannender, ergänzt Georg Ukena. Unterm Strich: „Wir sind einfach hier, um einen schönen Tag zu erleben!“

Entspannte Stimmung

Eine Stimmung, die sich offenbar auch auf die Sulky-Fahrer überträgt: Michael Schmid ist Berufsfahrer, hat nach eigener Auskunft schon 18 000 Rennen hinter sich und kennt viele Rennveranstalter. „Auf ländlichen Bahnen bringt es immer viel Spaß“, erzählt er zwischen zwei Einsätzen auf dem Sulky an diesem Sonntag. Das gelte eben auch für Hooksiel, wo besonders gute Urlaubsstimmung herrsche. Heinrich Bramlage steht gleich daneben, er ist Besitzer eines der Pferde, mit denen Schmid an diesem Tag übers Geläuf rast. Anders als für den Berufssportler ist der Trabrennsport für den Landwirt Bramlage eher ein Hobby. Wenn auch eines, das mit großer Begeisterung ausgeübt wird. Der Wermutstropfen: Heute laufe in diesem Sport vieles über Internet oder Fernsehen. In Hooksiel sei das eben anders: „Hier gibt es noch richtiges Publikum!“

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