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Nordsee-Urlaub-Magazin

Tod in der Nordsee
© Simone Ulrichs
Das tragische Schicksal von Tjark Evers ist eine Warnung vor dem Meer. Die Baltrumer haben ihm ein Denkmal gewidmet.

Die Geschichte von Tjark Evers kennt an der niedersächsischen Nordseeküste fast jedes Kind – auch heute noch, mehr als 150 Jahre nach seinem Tod. Das liegt zum einen an der Tragik der Geschichte, zum anderen aber auch an ihrer Botschaft: Die Nordsee ist gefährlich und wer nicht aufpasst, den kann es das Leben kosten.

Tjark Evers starb am 23. Dezember 1866 im Wattenmeer zwischen Langeoog und Baltrum, durch ein Versehen. Er war 21 Jahre alt und wollte nach Hause zu seiner Familie auf die Insel Baltrum. Die Baltrumer Zeitung „Die Inselglocke“ zitiert dazu aus dem Kirchbuch der Insel und spricht von dichtem Nebel an dem Morgen:

„Die Bootsleute ruderten zuerst nach dem Langeooger Strand, wo sie den Mann von Langeoog aussetzten. Von da wollten sie zum Baltrumer Strande zurudern. In der festen Meinung, diesen Strand erreicht zu haben, legte man an und der Verunglückte stieg aus, und die Bootsleute fuhren wieder ab. Es war aber nicht der heimatliche Strand, den der Verunglückte betreten hatte, sondern eine Sandbank auf der er in der steigenden Flut seinen Tod gefunden. Der Unglücksfall wurde am 5. Januar 1867 bekannt. Am 3. Januar ist an der Insel Wangerooge in einer Cigarrenkiste, die mit einem Taschentuch umwunden war, das Taschenbuch des Verunglückten angetrieben worden...“

Dieses Taschenbuch gibt es noch, es ist im Baltrumer Heimatmuseum zu sehen. Es enthält den Abschiedsbrief an die Familie, den Evers im Angesicht der steigenden Flut schrieb. Auch aus diesem Brief zitiert „Die Inselglocke“ einen Ausschnitt:

„Liebe Eltern, Gebrüder und Schwestern, ich stehe hier auf einer Plat und muß ertrinken, ich bekomme euch nicht wieder zu sehen und ihr mich nicht. Gott erbarme sich über mich und tröste euch. Ich stecke dieses Buch in eine Sigarren Kiste. Gott gebe, daß Ihr die Zeilen von meiner Hand erhaltet. Ich grüße euch zum letzten Mal. Gott vergebe mir meine Sünden und nehme mich zu sich in sein Himmelreich. Amen."

Die Geschichte von Tjark Evers ist auf Baltrum unübersehbar. 2015 wurde eigens ein Denkmal errichtet. Viele Gäste der Insel sind mit dem Schicksal des jungen Insulaners vertraut. „Es ist eine Geschichte wie sie nun einmal nur hier oben passiert, mit Ebbe und Flut“, sagt die Vorsitzende des Heimatvereins, Simone Ulrichs. Das Denkmal sei eben auch ein Mahnmal: „Die meisten Gäste verstehen die Gezeiten ja nicht und unterschätzen sie.“ Dabei könne so etwas jederzeit wieder passieren.

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