 Schon früh morgens fahren die Fischer hinaus auf das Meer. |
Norddeutschlands Küstenbewohner
nennen die kleine Nordseekrabbe
„Granat“, möglicherweise abgeleitet
von Kaisergranat. Die
Unterscheidungsmerkmale zwischen
Garnelen, Gambas, Scampis, Shrimps,
Krabben, Granat oder Langostinen
sind selbst einigen Fachleuten nicht
bis ins Detail geläufig. Die Artenvielfalt
ist groß, so ist das keine Schande.
Konkret: Kaisergranat ist 20 bis 25
Zentimeter lang, hat Scheren und
wird häufig mit der Riesengarnele verwechselt
obwohl er zur Hummerfamilie
gehört. Der deutsche Handel betitelt
den Kaisergranat meist als Scampi,
die Franzosen sagen Langostinen.
Mit der Nordseekrabbe verhält es
sich einfacher. Sie ist nicht länger als
acht Zentimeter, hat nur Fühler und
ist nichts anderes als eine Nordseekrabbe.
Pardon: nichts anderes als ein
Granat.
Die sehr kleine Krabbenart kommt
in großer Zahl vor, denn sie hat die
Möglichkeit, sich im Watt vor ihren
Feinden zu verstecken. Sie wird ganzjährig
von Spezialkuttern gefischt und
sofort nach dem Fang in Meerwasser
gekocht. Ansonsten wäre die Fracht
verdorben bevor das Schiff den Hafen
erreicht. In den Nordseeländern gilt sie
als ausgesprochene Delikatesse, außerhalb
Norddeutschlands ist sie nur in
Delikatessengeschäften zu bekommen.
Früher wurden Nordseekrabben sofort
nach der Anlandung von den
Frauen und Kindern der Fischer geschält,
eine sehr mühsame Arbeit.
Heute wird der Großteil, dank einer
perfekten Logistik, mit Kühl-Lkw
nach Polen oder auch Marokko gefahren
und treffen geschält nach 36 Stunden
wieder an ihrem Ausgangsort ein.
Vielleicht aber versucht man das Pulen
einfach mal selbst. |