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Das Phänomen des Gezeitenwechsels

Den Spaziergängern am Wattenmeer bietet sich Natur pur.

Um die Vorgänge von Ebbe und Flut verstehen zu können, müssen wir zunächst in die Physik einsteigen. Da gibt es das Gesetz von der Anziehungskraft. Es besagt, je größer ein Körper und seine Masse ist, desto größer ist auch seine Anziehungskraft. Die Erde ist in unserer unmittelbaren Nähe der größte Körper, deshalb hält sie uns fest.

Der Mond ist etwa sechsmal kleiner als die Erde, müsste also durch die Anziehungskraft längst auf die Erde gekracht sein, wenn es nicht eine zweite Kraft gäbe, welche der Anziehungskraft entgegensteuert. Das ist die Fliehkraft. Diese entsteht bei allen sich drehenden Körpern. Durch die Fliehkraft wird der Gegenstand, der um den rotierenden Körper saust, nach außen gedrückt. Diese Kraft sorgt dafür, dass der Mond nicht auf die Erde kracht. Und die Anziehungskraft verhindert, dass der Mond im Weltall verschwindet.

Obwohl der Mond viel kleiner ist als die Erde, übt auch er eine gewisse Anziehungskraft aus, die je nach seiner Position von der Erde aus zur Sonne, von dieser verstärkt wird. Diese Mondanziehungskraft bewirkt, dass sich an der Stelle der Erde, wo sich der Mond gerade befindet, ein Wasserberg auf dem Ozean bildet. Wenn sich der Flutberg bildet, sich also dort das Wasser sammelt, sackt ringsum der Meeresspiegel ab. Dort haben wir also dann Niedrigwasser. Während der Flutberg weiterwandert, kommt an der ursprünglichen Stelle das Wasser wieder zum alten Hochwasserstand zurückgeflutet. Damit hätten wir einmal am Tag Hoch- beziehungsweise Niedrigwasser. Aber woher kommt das zweite Mal? Die Fliehkraft, die durch die Erdrotation entsteht, lässt auf der dem Mond abgewandten Seite den zweiten Flutberg entstehen. Durch diese Fliehkraft will das Wasser von der Erde fort, aber die Erdanziehung hält es fest und lässt lediglich einen Flutberg zu. Dementsprechend haben wir überall an den Weltmeeren zweimal am Tag Hochwasser und entprechend auch zweimal Niedrigwasser. Die Differenz zwischen Hoch- und Niedrigwasser heißt Tidenhub. Dieser ist überall unterschiedlich. An der norwegischen Küste soll er in den Schären bis 18 Meter betragen.

Am Pegel Schillig werden im Jahresdurchschnitt 3,30 Meter, in Hooksiel 3,50 Meter und in Wilhelmshaven 3,80 Meter gemessen. Das heißt, alles was flacher ist, läuft bei ablaufendem Wasser allmählich frei und wird bei auflaufendem Wasser wieder bedeckt. Um einmal die Erde zu umrunden, benötigt der Mond 29,5 Tage. Er legt dabei eine durchschnittliche Entfernung von 2411520 Kilometer zurück. Da er etwa 29 Tage für eine Umrundung braucht, rückt er jeden Tag etwa um 50 Minuten weiter. Dann hat er in 29 Tagen 24 Stunden voll. Um die genauen Zeiten zu haben, sollte man sich immer den Gezeitenkalender des entsprechenden Ortes besorgen.

 
Casamundo
 
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