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Nordsee-Urlaub-Magazin

KNOCHENJOB AUF WANGEROOGE
© Peter Kuchenbuch-Hanken
Anfang 2016 strandeten an den Nordseeküsten Deutschlands, den Niederlanden und Großbritanniens 30 junge Pottwale.

Es war das größte Walsterben in der Nordsee seit Beginn der Aufzeichnungen. Auch auf der Nordseeinsel Wangerooge wurden zwei tote Wale angespült. Inzwischen sind sich Experten einig und fanden eine Mischung verschiedener Ursachen als Grund für das bis dahin rätselhafte Massen- sterben der Meeressäuger. Danach hatten heftige Stürme und die gleichzeitige Erwärmung von Meeresströmungen dazu geführt, dass Kalmare, die Beute der Pottwale, in die Nordsee getrieben wurden. Die Wale waren den Kalmaren bis in flache Gewässer gefolgt, dort gestrandet und anschließend an Herz- und Kreislaufversagen verendet.

Die ersten beiden toten Pottwale waren vor einem Jahr am Wangerooger Ostende angetrieben und lagen dort am Strand. Das Medieninteresse war entsprechend groß.

Nach der Säuberung und dem Abtransport der Kadaver wurden inzwischen die Knochen eines dieser Wale wieder zusammengesetzt und nach Wangerooge zurückgebracht. Der niederländische Walpräparator Aart Walen und seine Mitarbeiter bauten im April vor dem Nationalparkhaus „Rosenhaus” das Walskelett auf. Ein echter Knochenjob für den Tierpräparator und sein Team.

Am 12. April übergab Wangerooges Bürgermeister Dirk Lindner im Rahmen einer kleinen Feierstunde das Walskelett der Öffentlichkeit.

Bereits einen Tag, nachdem die beiden jungen Pottwale angespült worden waren, sei klar gewesen, „einer der Wale wird hier ausgestellt“, erinnerte sich Dirk Lindner. Und „es ist unser Wal geworden“, betonte er und sprach in diesem Zusammenhang die enorme Spendenbe- reitschaft der Wangerooger an, die sich mit kleinen und größeren Beträgen an der Finanzierung des Projekts beteiligt haben. Der Pottwal gehöre naturgemäß zwar nicht in die Nordsee, werde jetzt aber sicher zum „Flaggschiff“ des Nationalparkhauses. Auf diese Weise steht das Skelett auch als Mahnmal auf der Insel – um auf den vernünftigen und bewussten Umgang mit dem Meer aufmerksam zu machen. Denn: Im Inneren des Tieres wurde auch ein Fischernetz gefunden, das nun im Rosenhaus ausgestellt wird. Zwar seien Pottwale in der Nordsee nicht heimisch. Lindner hofft jedoch, dass das Pottwalskelett vor dem Rosenhaus nachhaltig zur Umweltbildung beitragen kann und somit auch auf die Probleme der heimischen Zwergwale aufmerksam macht. „Vor allem für die jährlich 20 000 Kinder und Jugendlichen, die das Rosenhaus besuchen, ist es wichtig, an das Thema herangeführt zu werden“, so Bürgermeister Lindner. Etwas mehr als 80 000 Euro wird es am Ende gekostet haben, das präparierte Skelett des gestrandeten Pottwals auf der Insel auszustellen. Die Summe ist ausschließlich durch Spenden zusammengekommen.

Peter Kuchenbuch-Hanken

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